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Warnung vor Tryapp.de! - Betrüger versuchen Nutzer zur Eröffnung von Bankkonten zu verleiten

In Tat und Wahrheit versuchen Betrüger die Opfer zur Eröffnung von Bankkonten zu verleiten, die sie anschliessend für Betrüge verwenden
In Tat und Wahrheit versuchen Betrüger die Opfer zur Eröffnung von Bankkonten zu verleiten, die sie anschliessend für Betrüge verwenden (Bildquelle: Cybercrimepolice)

Tryapp.de inseriert auf diversen Schweizer Kleinanzeigenplattformen und bietet einen lukrativen Nebenverdienst an. Nutzer sollen Apps austesten. In Tat und Wahrheit versuchen Betrüger die Opfer zur Eröffnung von Bankkonten zu verleiten, die sie anschliessend für Betrüge verwenden.

“Werden Sie Teil von einem schnell wachsenden Team und führen Sie fast täglich kleine Aufgaben wie das Testen von Smartphone-Apps sowie die dazugehörige Bewertung. Sie müssen kein Computer-Experte sein und können auch nichts falsch machen. Sie bekommen von uns genaue Anweisungen und wir stehen Ihnen bei Fragen rund um die Uhr zur Verfügung.”

So steht es auf der Webseite. Erreichbar ist die “Firma” allerdings nur über eine Chat-Funktion.

Meldet man sich, so wird man per Chat angewiesen eine eBanking App (z.B. Bunq) herunterzuladen. Dort soll man sich nach den Anweisungen im Chat mit seinem Pass als Nutzer anmelden (Videoidentifikation). Die notwendigen Angaben haben die Betrüger bereits bei der eBankung App eingetragen.

Mit dem Testen der App hat das Ganze nichts zu tun. In Tat und Wahrheit registriert man ein Bankkonto auf seinen Namen, das die Betrüger anschliessend für Ihre Delikte verwenden können. Damit gerät das Opfer in den Fokus der Strafverfolger, da es sich als Finanzagent (sog. MoneyMule) strafbar macht.

Screenshot Inserat
Screenshot Inserat (Bildquelle: Cybercrimepolice)
Wenn der Benutzer nicht den Anweisung der "Firma" folgt, wird der Betrüger sehr schnell unflätig
Wenn der Benutzer nicht den Anweisung der "Firma" folgt, wird der Betrüger sehr schnell unflätig (Bildquelle: Cybercrimepolice)

Was muss ich tun

  • Seien Sie äussersts skeptisch bei Kleinanzeigenplattformen. Die Inserenten sind dem Betreiber komplett unbekannt. Dies nutzen die Betrüger schamlos aus.
  • Reagieren Sie nicht auf Kleinanzeigen, hinter denen keine bekannte und rennomierte Schweizer Firma steht.
  • Senden Sie auf keinen Fall Ihre eingescannten Dokumente an Personen die Sie nicht kennen.
  • Laden Sie nie auf Anweisung eines Dritten eine App auf Ihr Handy.

Ich habe schon Angaben gemacht

  • Erstatten Sie unbedingt bei ihrer örtlichen Polizeistelle eine Strafanzeige (damit verhindern Sie, dass Sie als möglicher Beschuldiger in ein Strafverfahren gegen den Betrüger einbezogen werden).
  • Lassen Sie dort Ihre ID für ungültig erklären und lassen Sie sich eine neue ID ausstellen. Damit verhindern Sie, dass Sie bei einer Reise an einer Grenzkontrolle unberechtigterweise angehalten werden (es könnte ja sein, dass Betrüger im jeweiligen Land mit Ihren ID Daten eine Straftat begangen hat).
  • Informieren Sie umgehend die Bank, damit sie das in Ihrem Namen erstellte Konto deaktivieren kann.