Rochers-de-Naye VD – Grossübung simuliert Lawinen-Zugunfall
Rochers-de-Naye VD – Grossübung simuliert Lawinen-Zugunfall
Redaktion Polizeiticker Schweiz
Ziel ist die Überprüfung der Zusammenarbeit im alpinen Gelände. (Bildquelle: Kanton Waadt)
Am 23. Januar 2026 findet auf der Bahnstrecke Montreux–Les Rochers-de-Naye eine umfassende Sicherheitsübung statt. Simuliert wird ein durch eine Lawine verursachter Zugunfall, um die dienstübergreifende Koordination im alpinen Gelände realitätsnah zu testen.
Am 23. Januar findet auf der von Transports Montreux-Vevey-Riviera (MOB/MVR) betriebenen Bahnstrecke Montreux – Les Rochers-de-Naye eine grossangelegte Übung mit zahlreichen Beteiligten statt. Die Übung simuliert einen durch eine Lawine verursachten Zugunfall und dient der Schulung aller Rettungsdienste und Bahnpartner in einem anspruchsvollen alpinen Umfeld mit operativen Herausforderungen, die im Falle eines Zwischenfalls eine enge Koordination erfordern. Der Bahnverkehr für Fahrgäste wird regulär fortgesetzt.
Hauptziel ist die Erprobung der behördenübergreifenden Zusammenarbeit in einem realistischen Kontext gemäss den kantonalen Koordinierungsplänen. Die Übung, die von der Bergrettungsstation Montreux des Secours alpin romand (SARO) vorbereitet wurde, ermöglicht eine verbesserte gemeinsame Einsatzbereitschaft, die Identifizierung von Verbesserungspotenzialen und die Stärkung der allgemeinen Sicherheit des Bahnbetriebs im Gebirge.
Das Szenario
Am 23. Januar 2026 um 16:45 Uhr wurde die Zahnradbahn von Rochers-de-Naye auf ihrer Fahrt nach Caux von einer Lawine erfasst. Die Lawine traf den Zug zwischen den Bahnhöfen Jaman und Paccot und brachte ihn zum Entgleisen. Fahrgäste wurden verletzt oder im Zug eingeschlossen. Dem Lokführer gelang es, die Leitstelle der MOB/MVR in Montreux zu informieren, die daraufhin die Rettungskräfte (Notruf 118) alarmierte und Sofortmassnahmen zur Sicherung der Strecke einleitete (Verkehrsregelung und Stromversorgung der Oberleitung). Die verletzten Fahrgäste wurden von Rettungskräften versorgt und aus dem Gefahrenbereich in Sicherheit gebracht. Mehrere Pistenretter versuchten, die Gleise freizuräumen, als sie von einer zweiten Lawine mitgerissen wurden.
Ziele
Zu den Zielen der Übung gehören:
- Interdisziplinäre Koordination in einer anspruchsvollen alpinen Umgebung;
- Bewältigung eines Eisenbahnunfalls mit Lawine;
- Sicherung eines Zuges in einer schwierigen Lage;
- die Abfertigung und Evakuierung von Passagieren;
- Kommunikation zwischen Partnern und dem kantonalen Führungsstab (EMCC).
Daher werden rund 200 Einsatzkräfte (einschliesslich 20 Ersatzkräfte) an dieser Übung teilnehmen, ebenso wie ein Einsatzkonvoi mit über 50 Einsatzfahrzeugen und Rettungsausrüstung. Drei Feuerwehren und Rettungsdienste (SDIS) – Riviera, Lausanne-Epalinges und Ouest-Lavaux – sowie der Schutz- und Rettungsdienst Lausanne (SPSL) und der Sanitätsdienst Lausanne (SSO) sind neben der Kantonalen Versicherungsanstalt Waadt (ECA) beteiligt.
Es werden ausserdem mehrere Stationen und Spezialisten von Secours Alpin Romand (SARO) sowie Patrouillen der Skipatrouille und mehrere Mitarbeiter des Gesundheitswesens über die Generaldirektion für Gesundheit (DGS) mobilisiert.
An dieser Übung nehmen auch die Staatsanwaltschaft, der kantonale Führungsstab (EMCC), der Schweizerische Sicherheitsermittlungsdienst (SESE) sowie die Kantonspolizei Waadt und der Sicherheitsverband Riviera (ASR) teil, ebenso wie die Schweizerische Luftrettung (Rega).
Spezifische Merkmale, Risiken und Herausforderungen
Die Verbindung zwischen Caux und Rochers-de-Naye ist nur per Zahnradbahn möglich; im Winter gibt es keine andere Strassenverbindung zwischen diesen Orten. Das Szenario wird bewusst unter widrigen Wetterbedingungen simuliert, einschließlich schwieriger aerodynamischer Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit von Hubschrauberrettungen rasch verringern.
Die Sicherheit der Einsatzkräfte hat oberste Priorität. Angesichts der Risiken, die mit dem Einsatz in einem solchen Umfeld verbunden sind, ergeben sich zahlreiche Herausforderungen. Wetterbedingungen, Lawinengefahr, elektrische Gefahren, Absturzgefahr in steilem Gelände und die Sicherung des Zuges sind zentrale Prioritäten für die Patientenversorgung durch taktische Entscheidungen. Diese Entscheidungen müssen von den jeweiligen Einsatzleitern fortlaufend überprüft werden.
Der Einsatz von MOB/MVR-Rollmaterial für diese Übung bedarf der vorherigen Genehmigung durch das Verkehrsunternehmen. MVR ist für die Streckenöffnung, die Bereitstellung des Rollmaterials und den Betrieb der Züge verantwortlich.
Diese Übung bietet eine wichtige Gelegenheit, die Koordination zwischen Rettungsdiensten und MOB/MVR in einem anspruchsvollen Umfeld zu stärken, das reale Betriebsbedingungen präzise widerspiegelt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden die Sicherheit des Bahnbetriebs und die Einsatzbereitschaft der Teams im Falle eines Grossschadensereignisses weiter verbessern.


