Kantone

Jugendgewalt in der Schweiz bleibt stabil

(Bildquelle: Suva)

Die in der Schweiz berufstätigen Personen meldeten im Jahr 2018 über 855'000 Unfälle. Davon ereigneten sich zwei Drittel in der Freizeit. In der aktuellen Ausgabe der Unfallstatistik wird dem Thema "Gewalt" ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Gewaltfälle bei den jungen Männern haben zwischen 2008 und 2015 um 60 Prozent abgenommen. Seither verlaufen sie stabil.

2018 erfasste die von der Suva geführte Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) über 855'000 Unfälle von obligatorisch versicherten Personen. Das sind fast 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Unfallversicherer vergüteten im Jahr 2017 Leistungen wie Heilkosten, Taggelder oder Renten in der Höhe von insgesamt 4,89 Milliarden Franken.

Die SSUV registriert die Unfälle von Arbeitnehmenden, die in der Schweiz beschäftigt sind, sowie die von Arbeitslosen. 2018 verursachten die Arbeitnehmenden rund 275'000 Arbeitsunfälle (+ 1,8 Prozent) und 565'000 Freizeitunfälle (+ 3,4 Prozent). Die Mehr-Unfälle am Arbeitsplatz korrespondieren mit der gestiegenen Anzahl an Arbeitnehmenden.

Mehr Freizeitunfälle ereigneten sich insbesondere wegen dem schönen Wetter. Die Unfälle bei den als arbeitslos gemeldeten Personen hat gegenüber dem Vorjahr um 6,9 Prozent abgenommen. Dies ist auf die gute Wirtschaftslage und die rückläufige Arbeitslosenquote zurückzuführen.

(Bildquelle: Suva)

Spezialthema Jugendgewalt

In der aktuellen Ausgabe der Unfallstatistik nach UVG widmet die SSUV dem Thema "Gewaltbedingte Verletzungen bei jungen Menschen" ein eigenes Kapitel. Dieses schafft eine Übersicht über die Entwicklung und das Niveau von gewaltbedingten Verletzungen in der Schweiz.

Seit 2015 verlaufen die Gewaltfälle bei jungen Männern stabil

Die jüngste Auswertung der SSUV zeigt: Während zwischen 1995 und 2008 die Fälle mit gewaltbedingten Verletzungen massiv anstiegen, haben diese seither abgenommen und sind seit 2015 stabil. Zwar gibt es nach wie vor fast doppelt so viele Gewaltfälle wie Mitte der Neunzigerjahre, doch ist die Zahl der Verletzten nach Gewaltdelikten zwischen 2008 und 2015 um 30 Prozent gesunken und seither stabil geblieben.

"Der Rückgang der Gewaltfälle ist bei jungen Männern zwischen 15 bis 24 Jahren am stärksten", sagt Sandra Degen, Statistikerin der Suva. Bei dieser Altersgruppe gingen die Gewaltdelikte seit 2008 um 60 Prozent auf rund 1'600 Fälle im Jahr 2017 zurück. Seit Mitte der Neunzigerjahre hatte sich in dieser Gruppe die Zahl der Gewaltfälle noch auf über 3'600 Fälle im Jahr 2008 vervierfacht.

Gewalt vor allem am Wochenende

Die Gewaltfälle haben sich im Verlauf der Jahre stärker auf das Wochenende verlagert, was mit dem veränderten Freizeit- und Ausgehverhalten zusammenhängt. In der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre ereigneten sich noch weniger als 70 Prozent der Gewaltfälle von 15- bis 24-Jährigen zwischen Freitag und Sonntag.

Der Anteil ist in den Folgejahren auf rund 80 Prozent angestiegen. Das entspricht in den letzten Jahren ungefähr 25 Fällen pro Wochenende. Samstag- und Sonntagnacht zwischen 22 und 6 Uhr früh liegt das Gewaltpotential am höchsten.

Verletzungen sind schwerwiegender

Ein Indikator für die Schwere der einzelnen Fälle sind die Heilkosten. Zwischen 1995 und 2016 ist der Mittelwert der Heilkosten (Median) bei den Gewaltfällen um 98 Prozent angestiegen. Die Heilkosten der Freizeitunfälle haben im Vergleich in dieser Zeit um 61 Prozent zugenommen. "Diese Kostenentwicklung deutet darauf hin, dass die gewaltbedingten Verletzungen tendenziell schwerwiegender sind als noch vor 20 Jahren", so Sandra Degen.

(Bildquelle: Suva)