Obwalden - Mehr Verkehrsunfälle, aber weniger Verletzte im 2018

Verkehrsunfall in Alpnach
Verkehrsunfall in Alpnach (Bildquelle: Kantonspolizei Obwalden)

Die Verkehrsunfallzahlen nahmen im Jahr 2018 zu. Dennoch nahm die Anzahl verletzter und getöteter Personen ab. Die Strassen im Kanton Obwalden sind nach wie vor sehr sicher.

Verkehrsunfallzahlen

Die von der Kantonspolizei aufgenommenen 259 Verkehrsunfälle liegen über dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Gegenüber dem Vorjahr kam es zu einer Zunahme von 41 Verkehrsunfällen. Trotz dieser Zunahme wurden insgesamt 14 Personen weniger verletzt und 4 Personen weniger getötet als im Jahr 2017.

Bei statistisch tiefen Zahlen sind Schwankungen in beide Richtungen immer zu erwarten. Dennoch sind Unfallursachen häufig erklärbar und zeigen gewisses Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmenden über Jahre an. Das Verkehrsaufkommen ist in den letzten Jahren merklich angestiegen, sodass der nötige Abstand oftmals nicht eingehalten wird. In Kombination mit der Ablenkung und Unaufmerksamkeit sind Verkehrsunfälle die logischen Folgen aus diesem Fehlverhalten. Im Weiteren sind Zunahmen von Zeitdruck, Stress, mangelnde Fahrfähigkeit und Fahrkompetenz im Strassenverkehr spürbar.

In der Unfallstatistik nicht erfasst sind rund 150 gemeldete Bagatellunfälle (rund 50 Ereignisse, welche teils über das europäische Unfallprotokoll erfasst wurden oder wo der Schadenverursacher bei Parkschäden nicht ermittelt werden konnte, sowie rund 100 Tierunfälle mit angefahrenen Wild-, Nutz- und Heimtieren).

Verkehrsopfer

Trotz der Zunahme von 41 Verkehrsunfällen gegenüber dem Vorjahr kamen 18 Personen weniger zu Schaden. 1 Person verunfallte im Jahr 2018 auf Obwaldner Strassen tödlich (Vorjahr 5).

An einem schönen Sommermorgen kam es zwischen Lungern und Kaiserstuhl zu einem tödlichen Selbstunfall. Ein in Richtung Luzern fahrender Personenwagenlenker verlor aus nicht bekannten Gründen die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam ins Schleudern und stürzte in den Lungerersee. Der 41-jährige Fahrzeuglenker kam dabei ums Leben.

Fussgänger / Fussgängerstreifen

Gesamthaft wurden 6 Fussgängerunfälle polizeilich aufgenommen. Wobei insgesamt 2 Personen leicht verletzt wurden (Vorjahr 3). Davon befand sich 1 Person auf dem Fussgängerstreifen.

Unfallursache Faktor "Mensch"

Wie in den vergangenen Jahren und auch verglichen mit der gesamten Schweiz waren "Unaufmerksamkeit und Ablenkung, meist in Verbindung mit ungenügendem Abstand oder Missachten Vortritt", sowie "Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassenverhältnisse oder der signalisierten Höchstgeschwindigkeit" wiederum die häufigsten Unfallursachen. Die Unfallursache "Zustand der Person (Alkohol, Betäubungsmittel, Medikamente, Müdigkeit, etc.)" ist mit 34 Fällen (Vorjahr 31) nach wie vor sehr hoch.

Bei den Unfalltypen stehen "Schleuder- und Selbstunfälle" wiederum an erster Stelle, gefolgt von "Auffahrunfälle", "Überholunfälle, Fahrstreifenwechsel", und "Ein- oder Abbiegeunfälle".

Verglichen zum Vorjahr war das Jahr 2018 witterungsbedingt sehr beständig. Die Strassen waren durch den frühen und milden Frühling meist schneefrei. Der Freizeitverkehr verteilte sich im Sommer und Herbst auf die vielen niederschlagsfreien Tage und Wochen. Ausser im Januar, April und Dezember nahmen bei den restlichen Monaten die Verkehrsunfälle zu.

Örtlichkeiten

Rund 58 Prozent aller Verkehrsunfälle ereigneten sich ausserorts auf Haupt-, Neben- und Autostrassen. Verglichen mit dem Vorjahr sind die Zahlen bei allen Verkehrsträgern gestiegen. Alleine auf der Autostrasse A8 wurden 56 Verkehrsunfälle (21% aller Unfälle) polizeilich rapportiert. In Verbindung mit Unaufmerksamkeit oder Ablenkung waren dies hauptsächlich Auffahrunfälle oder Kollisionen mit der provisorischen Mittelleitplanke. Der hohe Anteil der Verkehrsunfälle entlang der A8 ist mit der hohen Verkehrsdichte während den Stosszeiten erklärbar.

Prävention im Sinne der Verkehrssicherheit und polizeiliche Tätigkeit im Jahr 2019

Viele Faktoren beeinflussen die Verkehrssicherheit. So zum Beispiel die Verlangsamung aufgrund der stetigen Verkehrszunahme, punktuelle bauliche Anpassungen am Strassenkörper, Geschwindigkeitsbeschränkungen und -kontrollen, verbesserte Fahrzeugtechnik und Ausbildung der Verkehrsteilnehmenden bis hin zu gezielten polizeilichen Kontrollen.

Auch laufend koordinierte und teils wiederkehrende Präventionskampagnen tragen ihren Teil zur Sicherheit bei. Diese Kampagnen werden sowohl regional als auch schweizweit durch die Polizeikorps und ihre Partner lanciert.

Mit regelmässigen und gezielten Kontrollen im Bereich der Geschwindigkeit, der Fahrfähigkeit, der Ablenkung und zum übrigen Verhalten im Strassenverkehr wird die Polizei dem Unfallgeschehen weiterhin entgegenwirken. Begleitend dazu werden weiterhin Präventionskampagnen, welche die Verkehrsteilnehmenden auf die Gefahren im Strassenverkehr sensibilisieren, veröffentlicht.

Auf die Thematik "Ablenkung im Strassenverkehr" wird im Jahr 2019 wiederum schwerpunktmässig ein grosses Augenmerk gelegt.

Schlussbemerkungen

Kleinste Unaufmerksamkeiten entscheiden darüber, ob ein Verkehrsunfall passiert oder nicht. Jeder Unfall ist einer zu viel. Aus diesem Grund erachten wir es als ständigen Auftrag, die Unfallursachen zu analysieren und mit verschiedenen Massnahmen zur Sicherheit der Bevölkerung beizutragen.

So wird auch weiterhin wo immer möglich helfend und verkehrserziehend Einfluss genommen, dass Widerhandlungen - und insbesondere Unfälle - im Strassenverkehr verhindert werden können.

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