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Zug ZG - Rentnerin um 12'500 Franken betrogen

(Bildquelle: polizeiticker)

Eine Seniorin hatte einer jungen Frau mehrfach höhere Geldbeträge übergeben. Ein aufmerksamerPassant alarmierte die Polizei und verhinderte dadurch weitere Geldübergaben.Die Zuger Polizei warnt vor dem Bettelbetrug.

Am 19. Juni 2017, um 14.30 Uhr, wurde ein Passant von einer jungen Frau in Begleitung einer Seniorin nach der Migros Bank in Zug gefragt. Weil ihm dies suspekt vorkam, alarmierte er die Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei. Zivile Fahnder waren rasch vor Ort und konnten die beiden Frauen am Bahnhof Zug für eine Personenkontrolle anhalten. Es stellte sich heraus, dass die Frauen sich kannten.

Die Befragung durch die Polizei ergab, dass in den letzten zwei Monaten zwischen der 86-jährigen Schweizerin und der 21-jährigen Österreicherin mehrere Geld- übergaben in der Höhe von insgesamt 12'500 Franken stattgefunden hatten.

Vorläufige Festnahme

Die junge Frau trat unter falschem Namen auf und erzählte der Seniorin immer wieder von verschiedenen finanziellen Notlagen. Einmal benötigte sie dringend Geld für Babynahrung für ihr Kleinkind, ein anderes Mal für die Wohnungsmiete. Wegen Verdacht des Betruges wurde die österreichische Staatsbürgerin vorläufig festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug verurteilte die junge Frau wegen mehrfachen Betrugs und bestrafte sie mit einer bedingten Geldstrafe sowie einer Busse. Weiter verhängte das Amt für Migration des Kantons Zug gegen die 21-Jährige ein vierjähriges Einreiseverbot für die Schweiz und Liechtenstein.

Niemals fremden Personen hohe Geldbeträge geben!

Betrüger nutzen in schamloser Weise die Gutmütigkeit und Ängste von Senioren aus. Sie schlagen meist mit derselben Masche zu: Die Betrüger rufen Zuhause an und geben sich - meist Hochdeutsch sprechend - als Bekannte oder Verwandte aus. Sie setzen ihre Opfer unter Druck und erzählen, sie benötigten dringend Bargeld für einen Hauskauf oder eine andere Investition.

Die Zuger Polizei ruft insbesondere auch die jüngeren Generationen dazu auf, alle Senioren im persönlichen Umfeld über die Betrugsmasche zu informieren. Erklären Sie den älteren Mitmenschen, dass sie solche Anrufe sofort beenden und direkt die Polizei via Notruf 117 alarmieren sollen.

Weitere Ratschläge der Polizei

 

  • Seien Sie immer misstrauisch, wenn Sie einen angeblichen Verwandten am Telefon nicht sofort erkennen. Stellen Sie ihm Fragen, die nur echte Familienmitglieder beantworten können.
  • Nennen Sie niemals Namen Ihrer Verwandten am Telefon. Sagen Sie bei angeblichen Notfällen, Sie müssten erst Rücksprache halten, und legen Sie einfach den Hörer auf. Dann wählen Sie eine Ihnen vertraute Nummer Ihrer Familie und überprüfen die Informationen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte! Wenn Sie einem Verwandten etwas schenken wollen, dann tun Sie das immer persönlich.
  • Geben Sie niemandem Auskünfte über Ihr Vermögen im Haus oder auf der Bank.
  • Legen Sie mit Ihrer Bank Bezugslimiten fest. Beantworten Sie kritische Fragen des Bankpersonals am Schalter korrekt.
  • Wenn Ihnen ein Anrufer verdächtig vorkommt, informieren Sie die Polizei (Notruf 117).

 

Weitere Informationen zur erwähnten Masche sowie zu anderen Betrugsversuchen finden Sie online bei der Schweizerischen Kriminalprävention.

Artikelfoto: luctheo (CC0 Public Domain) - (Symbolbild)