Hitzefalle Auto - wichtige Ratschläge zum richtigen Verhalten bei Gefahr

15.08.2016 15:40 | Von: comparis.ch

In diesem Sommer häufen sich Vorfälle, wie jener einer Mutter, welche ihr 18 Monate altes Baby im Auto vergessen hat. Tragischerweise ist das Mädchen verstorben. Auch in der Schweiz droht im Sommer die Gefahr des Hitzetodes. Ist es draussen warm, steigt die Innentemperatur in parkierten Fahrzeugen innert Minuten stark an. Für Kinder und Tiere kann dies, wie die jüngsten tragischen Fälle beweisen, zur lebensbedrohlichen Falle werden. Wie man sich richtig verhält: Der Internet-Vergleichsdienst "comparis.ch" hat die wichtigsten Fakten dazu recherchiert.


Wie verhält man sich bei Gefahr richtig? - Unsplash (CC0 Public Domain)

Im Sommer steigen die Temperaturen in einem geschlossenen Fahrzeug bedenklich schnell an. Herrschen draussen 20° Celsius, wird das Auto nach einer Stunde zur Hitzefalle. Klettert das Thermometer hingegen auf über 30° Celsius, so droht bereits nach zehn Minuten ein Hitzeschlag und im schlimmsten Fall der Hitzetod für Mensch und Tier.

"Diese Gefahr wird sowohl von Eltern wie auch von Hundebesitzern oftmals unterschätzt und kann fatale Folgen haben", führt Manuela Rimlinger, Mediensprecherin bei "comparis.ch" aus. "Man kann daher nicht oft genug davor warnen, Kleinkinder und Hunde allein im Auto zu lassen - weder bei kurzen Stopps und auch nicht, wenn das Fahrzeug im Schatten parkiert wurde. Auch leicht geöffnete Fenster entschärfen die Situation nicht." Darüber hinaus hat laut Analysen des TCS die Farbe des Fahrzeugs keinen Einfluss auf die Innentemperatur, sondern lediglich auf Temperatur der Autokarosserie.

Video: TCS-Test zur Thematik.

Kinder und Tiere in Not

Nebst den jüngsten Ereignissen in Amerika und vor einigen Wochen in Florenz schockierte im Juli letzten Jahres der Fall, bei welchem ein fünfjähriges Mädchen während eines Mittagsschlafs im Auto auf dem Tessiner Campingplatz "La Piodella" (TI) ums Leben kam. Konkrete Daten, wie oft es vorkommt, dass Kinder aus Autos befreit werden, bevor es zu einer solchen Tragödie kommt, liegen nicht vor.

Die Kantonspolizei Bern verzeichnete letztes Jahr rund ein Dutzend Anzeigen wegen "Vernachlässigung von Tieren durch Zurücklassen an der prallen Sonne / bei grosser Hitze". Dies sei eine Verdoppelung im Vergleich zu den Vorjahren.

Gemäss dem Schweizer Tierschutz gibt es jedes Jahr gegen 30 Fälle, in denen Anzeige gegen einen Hundebesitzer erstattet wird. Wie häufig ein Tier aus einem Fahrzeug gerettet wird, ist unbekannt. Die Zahl dürfte jedoch deutlich höher sein. Auf Anfrage von "comparis.ch" bestätigte auch die Kantonspolizei Zürich, dass sie bereits ausrücken musste, um Kinder oder Hunde aus Fahrzeugen zu befreien.

Video: Hitzefalle Auto.

Korrektes Verhalten im Notfall

Sieht man ein Kind oder Tier, welches in einem Auto bei brütender Hitze eingesperrt ist, so möchte man selbstverständlich schnellstmöglich helfen. Aus rechtlicher Sicht gilt es bei der Rettung jedoch Folgendes zu beachten: Man sollte nicht einfach die Fahrzeugscheibe einschlagen, sondern zunächst muss sichergestellt werden, dass der Fahrer des Fahrzeugs nicht in der Nähe ist. Anschliessend muss umgehend die Polizei verständigt werden. Vor deren Eintreffen sollte nur im äussersten Notfall gehandelt werden.

Wenn ein vorzeitiges Eingreifen notwendig ist, muss gegenüber der Polizei und Versicherung jederzeit der Beweis erbracht werden können, dass dies unumgänglich war. Beispielsweise durch Fotos und Videos oder die Bestätigung von Zeugen. Ist das Fahrzeug offen, muss das Kind oder der Hund in den Schatten gelegt, langsam mit feuchten Tüchern heruntergekühlt und wenn möglich mit Flüssigkeit versorgt werden. Es ist auf jeden Fall ein Notarzt respektive Tierarzt beizuziehen.

Video: Hunde im Sommer nicht im Auto lassen!

Übrigens: Auch bei langen Autofahrten sollte man beachten, dass im Fahrzeug schnell hohe Temperaturen herrschen - sofern man die Klimaanlage nicht im Dauerbetrieb hat. Rimlinger empfiehlt deshalb: "Verreist man im Sommer im Auto mit Kindern oder Tieren, sollte man diese aufmerksam beobachten, genügend Pausen eingelegen, Frischluft zuführen sowie jederzeit darauf achten, dass Mensch und Tier genügend Flüssigkeit zu sich nehmen."

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