Zug ZG - Telefonbetrug verhindert

Erneut treiben Trickbetrüger ihr Unwesen. In zwei Fällen blieb es glücklicherweise beim Versuch. Die Polizei warnt einmal mehr vor dieser Betrugsmasche.

Am Mittwochabend (10. Januar 2017), kurz nach 18.30 Uhr, erhielt eine 72-jährige Frau in der Stadt Zug einen Anruf von einem hochdeutsch sprechenden Mann der sich als Mitarbeiter der Kriminalpolizei Zug ausgab. Auf dem Telefongerät der Rentnerin erschien die Rufnummer 0117. Es handelt sich dabei um technisch manipulierte Rufnummern; im Fachjargon wird dieses Vorgehen als Spoofing bezeichnet.

Der falsche Polizist vermittelte der Frau mittels einer frei erfundenen, abenteuerlichen Geschichte, dass ihr Vermögen in Gefahr ist. Er bot ihr an, sämtliches Geld und auch Schmuckgegenstände abzuholen und vorübergehend für sie aufzubewahren.

Die rüstige Rentnerin fiel jedoch nicht auf den Trickbetrüger rein und stellte ihm am Telefon mehrere kritische Fragen. Daraufhin beendete der unbekannte Mann das Gespräch, ohne sich zu verabschieden. Anschliessend informierte die 72-jährige Frau sofort die Polizei. Die Seniorin hat absolut richtig reagiert und damit Schlimmeres verhindert.

Betrug dank Bankangestellte vereitelt

Am gleichen Tag erhielt ein 86-jähriger Mann, wohnhaft in der Stadt Zug, ebenfalls einen Anruf von einem falschen Polizisten. Auch ihm wurde eine abenteuerliche Geschichte erzählt und er wurde aufgefordert, bis am Donnerstagnachmittag (11. Januar 2017) einen höheren Geldbetrag bei seiner Bank abzuheben. Auch in diesem Fall blieb es aber glücklicherweise beim Versuch.

Zu verdanken ist dies einer aufmerksamen Bankangestellten. Als der Rentner das Geld abholen wollte, erkannte sie die Situation und alarmierte umgehend die Polizei. Damit hat die Bankangestellte verhindert, dass der 86-jährige Mann um seine Ersparnisse gebracht wurde.

Die Polizei rät zu einem gesunden Misstrauen und gibt folgende Tipps:

  • Die Polizei ruft Sie nie mit der Notrufnummer 117 an.
  • Seien Sie skeptisch bei unbekannten Anrufen und vergessen Sie nicht: Die Nummeranzeige auf Ihrem Telefon kann manipuliert sein.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich eine hochdeutsch sprechende Polizistin oder Polizist bei Ihnen meldet. Polizisten im Kanton Zug sprechen nie Hochdeutsch, sondern Schweizerdeutsch.  Überprüfen Sie, ob es sich um einen echten Polizisten handelt, indem Sie den Notruf 117 wählen und nach dem entsprechenden Polizisten fragen.

Weitere Ratschläge der Polizei:

  • Seien Sie immer misstrauisch, wenn Sie einen angeblichen Verwandten am Telefon nicht sofort erkennen. Stellen Sie Fragen, die nur echte Familienmitglieder beantworten können.
  • Nennen Sie niemals Namen Ihrer Verwandten am Telefon. Sagen Sie bei angeblichen Notfällen, Sie müssten erst Rücksprache halten, und legen Sie einfach den Hörer auf. Dann wählen Sie eine Ihnen vertraute Nummer Ihrer Familie und überprüfen die Informationen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte! Wenn Sie einem Verwandten etwas schenken wollen, dann tun Sie das immer persönlich.
  • Geben Sie niemandem Auskünfte über Ihr Vermögen im Haus oder auf der Bank.
  • Legen Sie mit Ihrer Bank Bezugslimiten fest. Beantworten Sie kritische Fragen des Bankpersonals am Schalter korrekt.
  • Wenn Ihnen ein Anrufer verdächtig vorkommt, informieren Sie die Polizei (Notruf 117).

Die Zuger Polizei ruft insbesondere auch die jüngeren Generationen dazu auf, alle Senioren im persönlichen Umfeld über diese Betrugsmasche zu informieren. Erklären Sie den älteren Mitmenschen, dass man solche Anrufe sofort beenden und direkt die Polizei via Notruf 117 alarmieren soll.

Artikelfoto: polizeiticker.ch - (Symbolbild)